Das Besserwisserspiel
ist 14!
Die Besserwisser-Novela ist auf 200!
Die Gewinner der Runde vom
30. April bis 14. Mai 2012
In der Runde ging es um Pantopode. Zunächst aber eine rechtzeitig mitgeteilte, aber verspätet veröffentlichte Kalenderweisheit von Karl S. aus Hamburg:
(Abgelaufene) Kalenderweisheit
Versprochen:
Heute am Vierzehnten
Sind zwei Wochen
Des Mai vorbei.
Am Tag nach den Wahlen
In Nordrhein-Westfalen
Und des Gefeiers
Des Dortmunder Zweiers.
»Kultsichter« Peter H. aus Wunstorf kam, sah und konstatierte: »Der PANTOPODE ist ein Ort mit Kultcharakter: diejenigen, die sich mit etwas Eigenem an der Gestaltung einer WASSERVERTEILSTELLE beteiligen, zeigen dadurch an, dass sie sich nicht am Besitz der Mitmenschen vergreifen mögen; soetwas kann man nur als HOCHNOBEL bezeichen. Der Ort, von dem aus das Gießkannenprinzip angewendet wird, ist folglich der ANTIPANTOPODE. Wahlzeit.«
Danke, wir haben gewählt:
Bertrand Falzberger |
Fragiler, kunstvoll gefertigter Turm aus Kinderspielzeug und Gerümpel. Eine Pantopode ist meist das Ergebnis wenn Kinder aufgefordert wurden, ihr Zimmer aufzuräumen. (Vgl. → Kurzweil) |
Stefan Friedrich |
Die von ihren Anhängern auch liebevoll als »Zamfirgrill« bezeichnete Schnittstelle der elektrischen Panflöte legte den Grundstein für den Pan'n'Roll. Sie ermöglicht das eindringliche Vibrato der E-Panflöte, das sich mit dem ekstatischen Tremolo des konstruktionsbedingt als Erdung dienenden E-Panisten zu einer harmonischen klanglichen Einheit vermengt. Zusatzleistung: Schön ist Dein Anblick links und rechts Trägst sie geduldig durch das Haus |
Christian Reichetzeder |
Hosenbein; (veraltet in übertragenem Sinn): Hosentragender, Mann |
Eva S. aus Augsburg hat zunächst eine Ermahnung parat: »Pfui Anton, heb‚ nicht den Podex, er eignet sich nicht als Panflöte, schon gar nicht beim Spinning«. Bitte beherzigen Sie dies, Anton! Koan Ton! A net dahoam. Apropos dahoam . »Dahoam verloan«, feixen nun die Drogbaristi.
Wir bleiben beim Fußballschuh: Mike W. aus Charlottesborough komponierte eine »Zwar Ode, doch nicht an Pantoffel:
(Marko) Pantelic + ›Podi‹ (gr. Fuß) + Ode
PANTOPODE
(An Marko Pantelics Füße)
Gunst der Götter fürwahr schenkte dir jene zwei
Füße, die nicht allein tragen nur dich umher,
die auch kundig des Balles
Lauf zu lenken versteh'n ins Tor!
Wo die Save vereint sich mit der Donau Flut,
kamst in Belgrad zur Welt, übtest du den Gebrauch
dieser göttlichen Füße,
hier verschriebst du dich ganz dem Sport.
Hermes lenkte den Lauf, Wanderschaft war dir Lust,
so beflügelten Schritt hält es nicht lang am Ort,
jener Gott hieß dich ziehen
schnell im Wechsel der Klubs umher.
Hellas, Frankreich, die Schweiz, Portugal war Station.
Weh! In Graz dir bei Sturm Tore versagt' das Glück.
Kleine Städte im Wechsel
hemmten nicht deiner Füße Lauf.
Erst in Belgrad erstrahlt leuchtend ihr roter Stern,
In Berlin, wo du bliebst, fanden die Füße Rast ˆ
und ein Jäger der Tore
hieß, der schließlich zu Ajax kam.
Jetzt Piräus: wie's scheint, schließt sich dein Weg zum Kreis:
Hellas, wo du begannst, ist doch der Heimat nah …
Werde gute Genesung
dem gebrochenen Fuß zuteil!«
Angesichts dieses entsagte sogar Arno Erich C. aus C.-Rauxel dem Limerick und liefert dafür eine »Pantop-Ode, eingedeutschte Fassung des amerikanischen Highway-Songs:
Hast Du geistig gar nichts auf der Pfanne,
Dann brettre übern Highway volle Kanne.
Hast Du viel Glück, kriegst Du 'ne Motorpanne,
Sonst crashst Du vor die nächste Colorado-Tanne!«
Nicht in Colorado, sondern in Reading OH entpuppt sich Joachim K. als »Anhänger des Hosenbandordens ›Progaudium‹«.
Gesucht wird derweil noch immer – und zwar von Ulrike S. in Graz – ein »Virtuose im Vortrag der Oden des →ANANTAPODOTON, wie beispielsweise dieser hier:
Pyramus und Thisbe
ANANTAPODOTON so PHIL
sie PHERABRETON sich BHISBE
TER, doch ANANTATROPHONON nie
mehr …(das war noch ganz frühes Griechisch)
(...dieses Pöem wurde bereits vor mehreren Jahren aus dem damals gegebenen Anlass verfasst. Aber warum wurde es gar nicht erst abgeschickt? Ja, wenn ich das nur wüsste …)«
Zurück in die Neuzeit. Ob sich das kulturell betrachtet lohnt, muss offen bleiben, allemal angesichts der von Brigitte S. aus Zäziwil promoteten und »von Levi's neu lancierten Jeans mit integriertem Anschluss für iPod und Kopfhörer inkl. Lautsprecher. Anstelle der obligaten Nieten sind Nano-Lautsprecher eingebaut, wählbar an den Oberschenkeln, Bund oder Hinterteil. Insider bezeichnen diese Jeans auch Speak-my-ass.« Wie merkt M. M. aus abgek. Ang. richtig an: »man weiss ja nie, was uns der Klimawandel noch alles einbrockt.«
Eingebrockt hat sich dies Fremdwörterduden:
Pantopode [gr.-nlat.] der; -n, -n:
Asselspinne (räuberischer, aber auch parasitischer Meeresbewohner).
Nachspielzeit: Besserwisser-Novela, Folge 200 (und zwar mit Tusch! und Dabuff!)
(Zur Feier des Jubiläums wurde der u. a. Jahrgang 2004 der Vergessenheit entrissen.)
Kunstdirektor Wernère »Dewi« D. berichtet
aus Saarbrücken:
»Vor einem gewissen Gasthaus standen die Pantopoden Oskar Razemat und Lenore Becker draußen am Mülltonnenverschlag und rauchten. ›Weißt du, Oskar, dass wir hier und heute zum zweihundertsten Mal dabei sind?‹ – ›Du irrst wie fast immer. Wir sind erst in der neunten Folge eingestiegen.‹ – ›Beweise, Oskar, Beweise!‹ – Oskar entkrumpelte einen Zettel und las: ›Hier steht geschrieben: Sibljak schreckte auf, wischte sich verwirrt eine Ratte von der Schulter: ›Lenore Becker?‹ entfuhr es ihm ums Morgenrot, ›Sag jetzt nicht schon wieder Wilhelm zu mir. Lebt der eigentlich noch, der Untreue?‹ - ›Mein Gott, Hermann, du hier unter der Brücke? Wo ist deine Staffelei?‹ frug Fräulein Becker zurück. ›Weißt du nicht, dass ich den Brückemalern den Rücken gekehrt habe?‹ Was erklärt, warum der Brückemaler Oskar Razemat mit gekehrtem Rücken durch die Gegend läuft. – Erschienen im Jahre des Herrn 2004.‹ – ›Das gilt vielleicht für dich, mein Lieber. Ich war schon früher dabei.‹ – ›Beweise, Lenore, Beweise!‹ – Lenore entkrumpelte einen Zettel und las: Hermann Sibljak frönte, bevor er den DHL-Paketdienst kündigte und bevor er diesem eintrat, seiner Lieblingsbeschäftigung, der Lumie. Das Lungern ohne festen Wohnsitz in einem Fass unter der Paul-Marien-Brücke. Dort lernte er Fräulein Becker kennen, die eines Tages auf dem Weg zur Arbeit gegen 7 Uhr 30 über seine Füße stolperte, die aus einem Ginsterbusch herausragten, nachdem er die ganze Nacht im Velleität verbracht hatte, einem Obdachlosenalkoholausschank im Nauwieser Viertel. Wie Fräulein Becker in dieser ersten zarten Begegnung reagierte usw. usw. Erschienen zwei Wochen davor. Noch Fragen?‹ – ›Ich gebe mich geschlagen.Was ist eigentlich aus dem Hermann Sibljak geworden?‹ – ›Der betreibt eine Zwiebelsack-Faktorei am Ordensgut. Hat man mir erzählt.‹ Da bog ein Herr mittleren Alters, geschniegelten Haares kurz ums Eck. Um wen es sich dabei handelt, erfahren Sie in der Folge 201, Odyssee im Großraum Saarbrücken. Bleiben Sie dran! !«
(Was
bisher geschah.)
Außerdem teilt der Kunstdirektor (zum 100. Mal, Tusch! und Dabuff!) mit:
»Guido Knopps kleines Archäologienotizbüchlein wieder auf:
Hobby-Pantopodiker Fletcher Christian glaubte zu spinnen, als wir im Norden Londons eine Grabplatte lüfteten, die Guy Fawkes zugesprochen wurde. – Der wollte am 5. November 1605 das englische Parlament in die Luft sprengen und scheiterte nicht auf einem Haufen, nein, er wurde gehängt, ausgeweidet und gevierteilt. Damals so üblich, bis 1870 englisches Recht. – Doch da lag nur eine vergammelte Maske, die Maske der Okkupisten. Remember remember the fifth of November. Wir drehten ab und Fletcher sich eine Zigarette.
Guido Knopps kleines Archäologienotizbüchlein wieder zu.«

